Die Eingemeindung Zähringens zur alten Breisgaumetropole im Jahre 1906 war zugleich der Zeitpunkt der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Zähringen. Der damals vom Feuerwehrkommando der Stadt Freiburg ergangene Aufruf an die Zähringer Bürger, fand ein erfreuliches Echo. Nahezu 50 Zähringer Männer meldeten sich spontan zum Dienst und schon am 1. April 1906 konnte Hauptmann Emil Zimmermann die Aufstellung der 9. Kompanie mit einem Gesamtbestand von 51 Wehrmännern, dem Feuerwehrkommando Freiburg melden. So wechselvoll die Geschichte dieser Feuerwehr war/ist, nicht zulestzt gekennzeichnet durch zwei große Kriege, die Freiwillige Feuerwehr blieb stets ein wichtiger Betsandteil der Zähringer Bürgerschaft.
Emil Zimmermann
Hauptmann und Gründer
der Zähringer Kompanie 1906
Die Gründung in Freiburg
Der 25.März 1851 brachte für Freiburg die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Das bis zum Jahre 1878 sogenannte "Pompierkorps" bestand aus vier Abteilungen, Oberstadt, Unterstadt, Herdern und Wiehre. Die Umbenennung im Jahre 1878 zum Feuerwehrkorps, brachte die Neuaufteilung in Kompanien. Diese Umgruppierung sah dann die
- 1.Kompanie in der Oberstadt mit Nägelesee
- 2.Kompanie in der Unterstadt mit Stühlinger
- 3.Kompanie in Herdern
- 4.Kompanie in der Wiehre
Diesen folgten nach den Eingemeindungen die Vororte Haslach und Günterstal im jahre 1891 mit der 5. und 6. Kompanie.
1906 wurden Nägelesee und der Stühlinger selbstständig zur 7. und 8. Kompanie herausgelöst und in Zähringen durch die Eingemeindung die 9. Kompanie aufgestellt. 1908 folgte dann noch als 10. und 11. Betzenhausen und Littenweiler.
Auch Zähringen hatte bis zur Eingemeindung im Jahre 1906 eine Pflichtfeuerwehr, der jeder Zähringer Bürger unter Zuweisung einer entsprechenden Funktion beitreten mußte. Die Abhaltung von zwei bis drei Übungen im Jahr wurde vorgeschrieben.
An Hilfsgeräten standen bis dahin zur Verfügung:
- eine große Feuerwehrspritze
zu deren Bedienung zehn Mann erforderlich waren
- eine kleinere Saug und Druckpumpe
- 12 blecherne Tragebutten zum Wassertragen
- eine Anzahl lederne Feuereimer
- schwere Leitern, Sturmhaken, Fackeln und Pecheimer
Zur Wasserbeschaffung bediente man sich der damals noch überall vorhandenen Pumpbrunnen, des Reutebaches, des Brandweihers im Mühlewinkel und zweier kleinerer Weiher auf dem Rötebuck und in der Vorderen Poche. Die Speisung des letzteren erfolgte durch die laufenden Brunnen.
Neben den Eimern im Spritzenhaus war jeder Hauseigentümer verpflichtet, eine größere entsprechende Anzahl zu Hause auf dem Speicher zu haben. Bei größeren Brandeinsätzen waren darüber hinaus auch Frauen und größere Kinder zur Mithilfe beim Wassertragen verpflichtet.
Die Zähringer Kompanie 1906
Mitte Februar 1906 erschienen, dem Aufruf des Feuerwehr-Kommandos folgend, über 50 Zähringer zu einer ersten konstituerenden Versammlung in der damaligen "Bahnhofswirtschaft“ (heute St. Blasius). In die vorbereiteten Listen konnten dabei 50 feuerwehrtüchtige Bürger eingetragen werden.
Vierzehn Tage später folgte die Wahl des Kompanieführers (Emil Zimmermann) und eines Leutnants (Richard Vögtle). Kurz danach wurden die Züge eingeteiltund die Uniformen angemessen.
Zur Erinnerung an die Zähringer Bürger,
die im Gründungsjahr 1906 der Zähringer Feuerwehr
beigetreten sind, wollen wir die Namen aufführen:
Stab:
Emil Zimmermann, Hauptmann Richard Vögtle, Leutnant
Hermann Ginter , Chirurg Alois Ginter , Diener
Hornisten und Trommler:
Oskar Ochs , Hornist Lambert Ginter II, Trommler
Radfahrer:
Josef Vögtle
2.Zug (Spritzenmannschaft):
Johann Gebhard , Obmann Karl Josef Beck
Richard Ginter , Ersatzmann Martin Beckert
Karl Biehler Max Federer
Franz Bengsch Josef Feser
August Emmler Gottfried Ginter
Adolf Feder Lambert Ginter I
Friedrich Gehri Heinrich Legler
Martin Ginter Franz Schlatterer
Gustav Godel Andreas Thoma I
Josef Rittemann Adolf Wöhrle
Martin Schmidt
Andreas Thoma II
Otto Wick
3.Zug (Hydrantenmannschaft):
Franz Bourdilat , Obmann Karl Steinhardt, Ersatzmann
Paul Bronner Franz Brugger
August Flamm Fritz Schultheiß
Gottfried Vögtle
4. Zug (Arbeitsmannschaft):
Josef Müller , Obmann Josef Hoch , Ersatzmann
Fridolin Dold Josef Federer
Karl Federer jun. Theodor Federer
Hermann Feser Emanuel Günther
Emil Hettich Fridolin Langenbach
Andreas Müller Franz Vögtle
Andreas Schupp
Als im Jahre 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, wurden fast 70% der Feuerwehrkameraden zum Heeresdienst eingezogen. Es wurde ein Aufruf an die Bürgerschaft erlassen, sich für den Sicherheitsdienst zu melden. Das Alter wurde nicht begrenzt. Es meldeten sich nahezu 100 Mann, meistens ältere Bürger, ohne Unterschied des Berufes.
Der Sicherheitsdienst in Zähringen ging folgendermaßen vor sich: Es wurden vier Doppelpatrouillen aufgestellt, zwei oberhalb der Bahn und zwei unterhalb. Jeder erhielt ein Gewehr mit Munition. Der Sicherheitsdienst war von Anfang August bis Mitte Oktober 1914, bis sich die Bevölkerung beruhigt hatte.
Nach dem 1.Weltkrieg 1918 wurden die Kompanien wieder formiert. Es wurde vorwiegend Jüngere angeworben, so dass nach zwei Jahren das vorgeschriebene Soll erreicht war. Durch die technischen Fortschritte an den Geräten, die Motorisierung und Ausbildung des „Einheits-Feuerwehrmannes“ musste dann 1930 die Mannschaft verringert werden.
Im Jahre 1928 wurde es jedem freigestellt, sich der Altersabteilung überschreiben zu lassen. Das hatte zur Folge, dass die Mannschaft der 9. Kompanie bis auf 50% heruntersank und die Altersabteilung im gleichen Maße zunahm. Die Alterabteilung (Mitglieder ab 65Jahre oder nicht mehr feuerwehrtauglich) dient vorwiegend der Pflege der Kameradschaft.
Neuerung der Feuerlöschordnung für die
Stadt Freiburg im Breisgau im Jahre 1929
Die Bildergalerie benötigt mindestens Flash Version 9.0.28!
Bitte den aktuellen FlashPlayer installieren.
Die politische Umwälzung 1933 brachte zunächst keine Auswirkung auf die Freiwillige Feuerwehr in Zähringen. Die wachsende Bedeutung des Feuerlöschwesens, vor allem für den Luftschutz, gab der damaligen Reichsregierung allerdings Veranlassung, das Feuerwehrgesetz auf ihr genehmen Ziel und Aufgaben umzustellen. Diese am 23.November 1938 verabschiedete neue Feuerwehrgesetz beließ zwar den bisherigen Freiwilligen Feuerwehren ihre alten Bezeichnungen, ließen aber, unter Verlust des verbandsmäßigen Zusammenhalt, diese immer mehr zu einer Art Hilfspolizeitruppe werden.
im Jahre 1936 wurde in einer Zusammenkunft der neue Kompanieführer gewählt. Die Wahl fiel auf Friedrich Steiert als Leutnant, als Ersatzmänner Emil Hoch und Josef Ginter (Obmänner).
Der bei dieser Besprechung anwesende Branddirektor Scholl machte die Zähringer Kompanie auf die neuen Richtlinien aufmerksam, welche durch den "Einheitsfeuerwehrmann" in Kraft getreten waren. Es wurden bei den Freiübungen, bei Fuß- und Geräteexerzieren Änderungen vorgenommen. Auch die frühere Spezialausbildung in den Steiger-, Spritzen- und Hydrantenmannschaften wurden durch die Ausbildung zum Einheitsfeuerwehrmann abgelöst.
Jeder Feuerwehrmann wurde an sämtlichen Geräten ausgebildet, um im Einsatz alle Funktionen wahrnehmen zu können. Nun wurden Gruppen gebildet. Eine Gruppe betsand aus einem Gruppenführer und acht Feuerwehrmännern.
Auch die Dienstgrade änderten sich: Leutnant jetzt Brandmeister, Obmann jetzt Löschmeister und Hauptfeuerwehrmann, Oberfeuerwehrmann, Wehrmann, Anwärter
Durch die Einführung des "Einheits-Feuerwehrmannes" sind die meisten Mitglieder in die Reserveabteilung übergetreten.
Am 1.April 1936 war die Kompaniestärke auf 1:22 angelangt. Bis zu Beginn des zweiten Weltkrieges sind folgende Geschehnisse von Interesse:
--> 20.Mai 1937 Brand im Lager der Rhodiaceta
--> 20. Juli 1937 Brand in der Schreinerei Keller
--> 23. März 1938 Brand in einer Baumkrone
(Hasgarten)
Bei allen Einsätzen war die 9. Kompanie beteiligt.
Im September 1939 kam der Zweite Weltkrieg. Ein großer Teil der Kameraden wurde zum Militär- und Arbeistdienst eingezogen. Als ersatz für die Eingezogenen wurde auf junge Leute zurückgegriffen. Was der Kompanie noch an Ausrüstung fehlte, wurde sofort ergänzt.
Am 10.Mai 1940 warfen feindliche Flugzeuge Bomben auf Freiburg, wobei 53 Todesopfer zu beklagen waren. Am anderen Tag mußte die 9.Kompanie 7Mann zur Wachgestellung abgeben.
Im Oktober 1940 brach ein Brand im Dachstuhl von Bäckermeister Beck aus. Im Januar 1941 barch ebenfalls ein Brand bei Bäckermeister Beck ein Zimmerbrand im alten Haus aus.
Im September 1941 wurde der Rest der Kompanie zum Sicherheitsdienst (SHD) eingezogen. Den Löschdienst übernahmen Kameraden der Reserveabteilung.
So machten Fritz Gehri (Ochsen) und Josef Gebhardt den "Lotsendienst" in Zähringen.
Bis Kriegsende 1945 sind weitere Aufzeichnungen nicht vorhanden.
Die 9. Kompanie
im Jahre 1931
Nach Beendigung des Zeiten Weltkrieges (1945) wurde die Freiwillige Feuerwehr aufgelöst und gleichzeitigt wurde zum größten Schlag ausgeholt:
"Die Feuerwehr wurde "entnazifiert"!
Am 24. November 1946 fanden sich, einem Aufruf folgend, sechszehn Zähringer Männer, meist alte Aktive, zu einer informierenden Versammlung zusammen.
Brandmeister Friedrich Steiert, seit 1936 Kompanieführer in Zähringen, leitete diese erste Zusammenkunft. Freiburgs freiwillige Feuerwehren wurden nun neu organisiert und mit den Verbliebenen in Zügen aufgeteilt.
Die Stärke des Löschzuges wurde von der damaligen Behörde auf zwölf Mann festgesetzt. Von den anwesenden sechzehn Mann traten acht in den "neuen Löschzug" über:
O. Dietrich Theo Klotzbach
Paul Geißler Fritz Rittemann
Josef Ginter Hans Scholl
Adolf Jörger Fritz Schultheiß
Brandmeister Friedrich Steiert konnte als Löschzugführer nicht mehr gewählt werden, da er bei der neu aufgestellten
Berufsfeuerwehr Freiburg
seinen Dienst tat.
In der nun folgenden Wahl wurden gewählt:
Josef Ginter zum Löschzugführer
Adolf Jörger zum stellv. Löschzugführer
Fritz Schultheiß zum Vertreter (?)
O. Dietrich zum Schriftführer
Der Dienst (Übungen) war vierzehntägig angesetzt.
Ausrüstungsgegenstände außer einer kleinen französischen Tragkraftspritze, ohne Sprit, standen keine mehr zur Verfügung. Auch der Dienst mußte in zivil abgehalten werden. Es wurden Vorträge über feuerwehrtechniche Themen und Gasschutz (Atemschutz) gehalten.
Der Löschzugführer bekam eine direkte Telefonleitung in die Wohnung verlegt und wenn Alarm war, mußte er und seine Frau, mit dem Fahrrad und einem sogenannten Boschhorn durch Zähringen radeln und so die anderen Kameraden allarmieren. Der Kampf um eine andere Alarmierung ging noch 3 1/2 Jahre, bis auf der Emil-Gött-Schule eine Sirene installiert wurde, welche die Alarmierung übernahm.
Emil-Gött-Schule, mit Sirene
Ab 1948 stand endlich bei jeder Übung ein Löschfahrzeug zur Verfügung. Die erste Alarmierung mit der Sierene war am 15.07.1953 um 12.45 Uhr, -Brand bei Emil Zimmermann, Bernlappstraße 23, Hinterhaus-. Damals waren 1:9 Mann anwesend; und um 13.30 Uhr war der Brand bekämpft. Eine Brandwache mußte bis 16.30 Uhr gestellt werden.
14. April 1956
10. April 1959
Josef Ginter ging in den Ruhestand und
Otto Knittel wurde Löschzugführer.
15. / 16. Oktober 1966, 00.00 Uhr wurde von der Sirene auf die stille Alarmierung (Funkrufanlage) umgestellt.
26.November 1966
Brand in Gundelfingen
8. November 1969
Freiburg im Breisgau, Berufsfeuerwehr, in der
Eschholzstraße. Übergabe durch Dr. Eugen Keidel.
1971 Gründung der Jugendfeuerwehr Freiburg
ins Leben gerufen. Hier waren folgende Kameraden,
auch aus Zähringen, beteiligt:
- Blasius Rogg Berufsfeuerwehr Freiburg
- Herbert Maier Löschzug 4
- Hans Scholl Löschzug 4
- Eberhard Maier Löschzug 5
- Siegfried Rotzinger Löschzug 8
Herbert Maier übernahm die Leitung der Jugendfeuerwehr.
30. Juli 1973
Es trat der Bach, welcher von Merzhausen nach
Freiburg St. Georgen fließt, über seine Ufer und über-
schwemmte Gebiete auf dieser Strecke, setzte Keller und
Souterainwohnungen unter Wasser.
Sämtliche Löschzuge waren im Einsatz.
1975
kamen nun zum tragen. Drei Jugendfeuerwehrmänner
traten von der Jugendfeuerwehr in den Löschzug 4 über.
Die Bildergalerie benötigt mindestens Flash Version 9.0.28!
Bitte den aktuellen FlashPlayer installieren.
18. Janur 1977
erreichen der Altersgrenze an.
Otto Knittel ging und
Hans Scholl übernahm die Abteilung
31.März 1977
(Hier war ein Todesopfer zu beklagen)
18. + 19. September 1981
Löschzug 4 im Jubiläumsjahr 1981
Hans Scholl Brandmeister Löschzugführer
Herbert Schwarz Löschmeister stellv. Löschzugf.
Paul Geißler Löschmeister
Alfons Sumser Hauptfeuerwehrmann
Heinz Ginter Hauptfeuerwehrmann
Otto Ginter Hauptfeuerwehrmann
Erich Schultheiß Hauptfeuerwehrmann
Eugen Faist Hauptfeuerwehrmann
Hermann Konanz Hauptfeuerwehrmann
Bernd Ginter Oberfeuerwehrmann
Ralf Heckle Oberfeuerwehrmann
Jürgen Götz Oberfeuerwehrmann
Joachim Reinmann Oberfeuerwehrmann
Jürgen Sauerwein Oberfeuerwehrmann
Hartmut Baensch Feuerwehrmann
Gerd Münchbach Feuerwehrmann
Horst Zajic Feuerwehrmann
Wolfgang Konanz Feuerwehrmann
Mirko Faydic Feuerwehrmann
Frank Ginter Feuerwehrmann
Peter Ginter Feuerwehrmann
Christoph Konanz Feuerwehrmann
Von 1982 bis 1990 liegen leider nur teilweise Aufzeichnungen vor.
Die Reise wird ab und zu unterbrochen, setzt sich dann
aber im Jahre 1990 bis heute, fort.